Und ewig grüsst der Nazi – Redux

MerkelDer Titel „Und ewig grüsst der Nazi“ ist vom Titel des Filmes „Und täglich grüsst das Murmeltier“ abgeleitet.
Deutschland ist ähnlich wie Phil Connors im Film in einer Zeitschleife gefangen. Wenn auch das Dritte Reich seit über 60 Jahren Geschichte ist, sein Schatten hält Deutschland immer noch gefangen.

Die Menschen, die heute in Deutschland leben, sind andere als die Hitler zugejubelt haben. Verständlich ist der Wunsch der Deutschen nach Normalität. Wer wird schon gerne auf seine Fehler und Versäumnisse hingewiesen.
Was die Deutschen auch machen, sie werden noch lange nach dem, was im Dritten Reich geschehen ist, beurteilt. Dies ist weder fair noch haben es die Deutschen verdient, es ist ganz einfach eine Tatsache.
Die Deutschen werden sich noch lange beweisen müssen, dass sie keine Nazis sind. Noch viele Menschen fürchten das Deutschland rückfällig wird. Deutschland wird wie ein trockener Alkoholiker argwöhnisch beobachtet. Beim geringsten Anzeichen für einen Rückfall reagieren die Nachbarn hysterisch.
Wenn ein trockener Alkoholiker ein Kirschstengeli isst, dann ziehen alle Herumstehenden die Augenbrauen hoch, bei einem Normalsterblichen wird dies nicht bemerkt. Ungefähr so verhalten sich die Nachbarn zu Deutschlands Vergangenheit und Gegenwart.
Die deutsche Art wird von vielen Menschen als arrogant empfunden. Damit ist nicht gesagt, dass sie es ist, sondern das Sie, als solches empfunden wird. Selbst in Deutschland sind die Deutschen unbeliebt. In Bayern werden sie als „Sau-Preussen“ und in Ostdeutschland als „Besserwessi“ bezeichnet.
Peer Steinbrück möchte mit der Peitsche das Bankgeheimnis aus der Schweiz prügeln. Das waren seine Worte. Das Bankgeheimnis ist löchriger als aller Emmentaler in der Kaltbacher Höhle. Mit seinen Worten erreicht Peer Steinbrück das Gegenteil. Anstatt dass das Bankgeheimnis langsam stirbt, wird es zum Nationalheiligtum, das bis zur letzten Patrone verteidigt werden muss.
Peer Steinbrück ist nicht irgendwer, er ist kein Prolo aus der Plattensiedlung sondern ein Minister, als solcher erwartet die Welt von ihm staatsmännisches Verhalten.
Die Meinung, dass das Dritte Reich vergessen und vorbei ist, ist nicht nachvollziehbar. Wenn es so wäre, gäbe es weder eine Preussische Treuhand noch die NDP & Co. Es bleibt die Frage, warum die Deutschen die Rechtsextremen gewähren lassen. Die RAF wurde vollständig liquidiert, warum geht das mit den „Braunen Horden“ nicht?
Warum ist gibt es in Deutschland Gegenden, in denen „Negerklatschen“ eine respektierte Freizeitbeschäftigung ist?
Solange die Band „Stahlgewitter“ auf Youtube ungestört Lobeshymnen (Ruhm und Ehre der Waffen SS) auf die Waffen SS verbreiten kann, haben etliche Leute den Eindruck, dass in Deutschland etwas faul ist.
Von aussen betrachtet sieht man: Negerklatschen, den Gendarmen Nivel, die Preussische Treuhand etc. Die „korrekte“ Mehrheit wird nicht wahrgenommen.
Die Vergangenheit ist weder vergessen noch abgeschlossen. Wenn sie abgeschlossen wäre, gäbe es keine anachronistischen heimatvertriebenen Verbände mehr. So wie die Amerikaner nach über 100 Jahren mit dem Genozid an den Indianer in Verbindung gebracht werden, so werden die Deutschen Fragen nach dem Dritte Reich und ihrer braune Vergangenheit, noch lange beantworten müssen.
Die Nazis waren keine Einzeltäter, sondern das Volk hat freudig mitgemacht (siehe ZDF Historie).
„Deutschland, Deutschland über alles, Über alles in der Welt,“ so begingt die deutsche Nationalhymne. Wenn das nicht überheblich ist, was ist es sonst?
Ewig grüsst der Nazi, meint nicht dass der Nazi selber grüsst, sondern der Verdacht besteht das, der Grüssende ein Nazi sein könnte. Dieser Vergleich ist ironisch gemeint.
Da es einem Ausstehenden nicht gebührt die deutsche Mentalität zu beurteilen, über nimmt der deutsche Sänger Reinhard Mey gleich selber diese Aufgabe.
 

Popularity: 32%

Verwandte Beiträge

Autor: gedankenblitze  •  31. Oktober 2008  • Rubrik: Soziale Frage •  Kommentare (7) • 
Tags: , ,

7 Kommentare zu “Und ewig grüsst der Nazi – Redux”

  1. onli

    Na, das liest sich doch schon etwas differenzierter.
    Drei Anmerkungen seien gestattet:

    1. Diese Verallgemeinerung ist der Punkt, bei dem ich nicht zustimme. Es ist eben keine typisch deutsche Unart, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Überheblichkeit ist nicht typisch deutsch, sondern kommt natürlich und leider auch in Deutschland vor. Aber eben auch in anderen Ländern. Was meinst du, als was der Schweizer Argwohn gegen den deutschen Nachbarn hier wahrgenommen wird?
    Dieses Schubladendenken nach Nationen finde ich bedenklich, weil es überholt sein sollte. Ein Nation ist nur ein Stück Land, typischerweise mit einer gewissen verbindenden Kultur. Deutscher zu sein oder Schweizer, das sagt nichts darüber aus, wer du bist – sondern nur, wo du wohnst oder wo deine Verwandten herkommen.

    2. Neonazis und rechte Gruppierungen und diese Denkweisen sind ein Problem. Aber bitte im richtigen Maßstab betrachten: Es ist ein schlimmes Problem, aber ein begrenztes. Es ist nicht so, dass deutsche Politik von Nazis und Nationalisten bestimmt wird. Die politischen Erfolge der rechten Parteien sind lokal begrenzt (ganz im Gegensatz zu den Erfolgen der Linkspartei…). Das wichtigste in diesem Zusammenhang: Die Existenz solcher Gruppen ist nicht typisch deutsch. Nazigruppierungen gibt es auch in Amerika, Nationalisten auch in Russland. Hatte nicht die Schweiz erst kürzlich ein Problem mit rechten Populisten?

    3. “Deutschland, Deutschland, über alles”: Dieser Teil der Hymne wird nicht mehr gesungen, gehört nicht zur Nationalhymne. Das ist auch gut so.

  2. nils

    Zu meinem Bedauern kann mich dem Vorposter (onli) leider nicht anschlieszen. Von einer differenzierten Auseinandersetzung kann leider auch in diesem Schriftstueck keine Rede sein. Der Text ist voll von Vorurteilen, falschen Verallgemeinerungen und Unwahrheiten. Selbst nach mehrmaligem Lesen findet sich kein handfestes Argument, welches herangezogen werden koennte, um eine der vielen Richtungen zu stuetzen in die der Abriss schlingert. Nur die bittere Erkenntnis, dass mal wieder jemand populistisches Gewaesch verbreitet, an einem Ort an dem sich niemand dagegen wehren kann. Die Qualität des ‘Artikels’ laesst eigentlich nur einen Schluss zu: dass der Verfasser quasi einzig mit seinem sehr, sehr gefährlichem Halbwissen glaenzen kann. Da der Autor sich zum glueck mehrfach selbst widerspricht spare ich mir alle Fehler aufzuklaeren, da das den Rahmen sprengen wuerde. (zudem nicht meine Aufgabe ist)

    Mir bleibt nur eine Empfehlung: Solange der Schreiberling seine Hausaufgaben (sprich: Recherche) nicht macht, kann ich nur jedem davon abraten weitere Veroeffentlichungen von ihm zu lesen.

  3. max

    “Deutschland Deutschalnd über alles…” hat mit dem national Perversionen der Nazis oder irgendwelchen Herrenrassen Gedanken nichts zu tun. Dieser Text ist entstanden als das Gebiet in dem heute zum Teil Deutschland liegt aus hunderten kleiner Läder bestand. Und der Autor des Textes hat sich gewünsch das all diese Läder zusammen einen National Staat bilden ganz wie Frankreich z.B. Es heisst als Deutschland über Bayern, Deutschland über Preussen, Deutschand über Hannover usw. und nicht wie immer über andere Länder.

  4. peter

    die dummheit dieses kommentares manifestiert sich am gröbsten durch den hinweis auf das zdf-history.
    -ich vermute der autor ist selbst deutscher (abstammung), denn so einen blödsinn hört man hier jeden tag.

  5. peter

    … ich hätte nicht gedacht, das die geschichtsschreibung der sieger auch in der schweiz status quo ist.
    Aber klar ist, auch wenn alle schweizer von dem den völkern der welt mittels imperialen kapitalismus,Drogenhandels,Waffenhandels,etc. abgepressten geld heute genauso profitieren, wie von dem vor 60 jahren durch die Nazis angelegten blutgeld,

    nicht automtisch alle schweizer dieses billigen.

    Wer glaubt alle Nazis würden negerklatschen und in vollgepissten jogginghosen bierholen gehen, sollte lieber mal die system-propaganda-glotze abschalten und sich selbst ein bild über “nazis” machen.

    Ach ich vergass – mit Nazis spricht man ja nicht, sie könnten ja die besseren argumente haben.

  6. peter

    im übrigen kann die schweiz durchaus froh sein, das ein systemling wie steinbrück finanzminister ist und nicht der oskar lafontaine.
    steinbrück will ja vorgeblich das system der kapitalistischen ausbeutung der völker (ausgenommen der eidgenössischen) erhalten, indem er es ein wenig zähmt.
    - das ist allerdings tatsächlich nur möglich, wenn man den heuschrecken das handwerk legt.

    dem verbalen angriff wird ganz bestimmt kein physischer folgen, es ist nur ein ablenkmanöver um von den eigenen versäumnissen abzulenken.

    falls es doch ein physischer wird (vielleicht mit lafontaine) wäre ich der erste der sich freiwillig meldete, um euch von euren erbsünden reinzuwaschen.

    beste grüße und nix für ungut (schweizer sind ja in der regel korrekte leut)

  7. peter

    ich muß noch etwas nachtragen:

    in der waffen ss waren mehr als 50% ausländer, darunter auch schweizer.
    (incl. meinem opa mütterlicherseits – ein franzose)


Kommentar schreiben

Kommentar