Dichter informativer Content

Trennung von Information und Unterhaltung

Zeitungen und Webmedien gehen bei der Aufbereitung der Information verschiedene Wege. Bei der Verarbeitung des Contents sollten die Eigenarten des Mediums beachtet werden.
Naturgemäss verfügen Zeitungen über beschränkte Darstellungsmöglichkeit. Sie bestehen aus statischen Texten, Bilder und Grafiken.
Der Text ist das tragende Element einer Zeitung. Bilder und Grafiken verdeutlichen und unterstützen den Text.
Webautoren dürfen aus dem Vollen schöpfen. Ihnen stehen Text, Bilder, Grafiken, Animationen, Video und Musik zur Verfügung.
Gute Nachrichten müssen informativ und unterhaltsam sein. Interessanter Content befriedigt die Neugier und bestärkt den User in seiner Werthaltung.
Zeitungen sind informativ, spannend und unterhaltsam. Gute Zeitungsjournalisten schreiben kurzweilige und packende Texte. Im Gegensatz zum Onlinejournalisten können Zeitungsjournalisten nicht auf alternative Medien ausweichen. Wenn der Zeitungstext langweilig ist, dann ist er nicht mehr zu retten.
Zeitungsjournalisten beschäftigen sich ausschliesslich mit Schreiben, das Fotografieren überlassen sie dem Fotografen und die Gestaltung dem Grafiker.
Auf dem Web verschieben sich die Schwerpunkte. Gute Texte sind kurz und informativ. Im Gegensatz zum klassischen Journalismus spielen auf dem Web die schriftstellerische Qualität eine untergeordnete Rolle.
Online werden Texte nicht gelesen, sie werden überflogen. Der User scannt mit seinem Auge den Text und bleibt, wo es interessant ist, hängen. Online müssen die Texte mit Informationen vollgepackt werden. Der User muss sofort finden, was er sucht. Kolorit und Wortmüll beerdigen die Information unter sich.
Zur Unterhaltung greifen die User online auf die klassischen Medien (Video, Musik, Animationen) zurück. Online tragen Video, Musik und Animationen dem Unterhaltungsbedürfnis des Users Rechnung.
Um als Zeitungsjournalisten erfolgreich zu sein, braucht es schriftstellerisches Talent. Onlinejournalisten sind talentierte Allrounder, die gleichermassen mit Video, Musik, Animationen und Text umgehen können.

  • Zeitungsjournalismus:
  • Hohe Textqualität
  • Gekonnter Einsatz von Kolorit
  • Witzige unterhaltsame Wendungen
  • Mischung von Unterhaltung und Information
  • Alleine der Text zählt
  • Schriftstellerisches Talent
  • Onlinejournalismus:
  • Kurze, informative Texte
  • Schnörkellos ohne Kolorit
  • Trennung von Information und Unterhaltung
  • Gleiche Gewichtung von Video, Musik, Animationen und Text
  • Es kommt auf die richtige Mischung an
  • Onlinejournalisten sind Allrounder mit künstlerischem Flair

Verdichtung des Contents

Dichter Content ist leserlicher und informativer Content. Onlinetexte müssen dicht beim Thema bleiben. Der User sucht nach Information pur.
Das Internet ist ein Informations- und Unterhaltungsmedium. Literatur hat es auf dem Netz schwer. Alle Versuche das Buch durch das E-Book und Ähnlichem zu ersetzten sind fehlgeschlagen. Das Buch hat eine sinnliche Präsenz, es lebt auch ohne Strom.
Innovative Wortkonstruktionen und bildhafte Vergleiche begeistern den Literaturfreund. Gestresste Zeitgenossen möchten ohne Umschweifen informiert werden.

  • Content verdichten
  • Schreiben
  • Sätze kürzen
  • Umschreibungen und Floskeln entfernen
  • (Fakultativ) Text nochmals abschreiben
  • Je öfters ein Text geschrieben wird, umso wird er

Multithematisch Bloggen – Verdichten des Users Interesse

Monothematisches Bloggen gilt als der Schlüssel zum Erfolg. Aus journalistischer Sicht sind Blogger Fachspezialisten und nicht Publizisten. Journalisten glauben, dass nur sie fähig sind, Informationen zu verifizieren und zu publizieren. Deshalb wird von Journalisten die Idee verfochten, dass der Blogger bei seinem Thema blieben soll.
Die Konzentration auf ein Thema erhöht die themenspezifische Informationsdichte. Die Konzentration führt zur Spezialisation. Fachblogger wachsen zu Experten heran.
Monothematische Blogs sind aus der Sicht des Users weniger interessant. Wer informiert und unterhalten werden will, der kauft sich eine Zeitung oder Illustrierte und keine Fachpublikation.
Den User interessiert die ganze Palette des Lebens. Gesundheit, Erotik, Beruf, Unterhaltung, Meinungen und News. Je breiter ein Blog gefächert ist, umso grösser wird das Zielpublikum.
Je älter ein Blog wird, umso mehr Content sammelt sich in einer Rubrik an. Zum Beispiel: Ein einzelner Reisebericht geht in der Masse unter. Erscheint jede Woche ein Reisebericht, sind es nach einem Jahr fünfzig und nach zwei Jahren hundert Reiseberichte. Hundert Reiseberichte fallen ins (Suchmaschinen) Gewicht.
Monothematischen Blogs sind auf den schnellen Erfolg ausgelegt. Multithematische Blogs werden erst mit der Zeit interessant.

  • Monothematisches Bloggen:
  • Nischendasein ohne Horizont
  • In kurzer Zeit eine hohe Contentdicht
  • Schneller Erfolg
  • Wird mit der Zeit langwellig
  • Kleine Zielgruppe
  • Von den Printmedien zugewiesenes Reservat
  • Multithematisches Bloggen:
  • Langfristige Perspektive
  • Interessant und vielseitig
  • Grosse Zielgruppe
  • Lange Durststrecke bis zum Durchbruch

Verdichten des Themas

Gute Themen sind nicht einfach zu finden. Grundsätzlich sind alle Themen die die Mainstream Medien aufgreifen interessant. Blick & Co haben ein gutes Gespür für aktuelle und „heisse“ Themen.
Ein einzelner Blogger verfügt nicht über genug Ressourcen um ein Thema erschöpfend, zu behandeln. Die Stärke des Bloggers ist, dass er tiefer graben und zusätzliche Aspekte, Idee und Gedanken, zur Diskussion stellen kann.
Sobald ein Thema gefunden und der erste Text publiziert wurde, muss das Userinteresse eruiert werden. Sobald das Interesse am Thema feststeht, muss es verdichtet werden.
Wie in der Musik verdichten Variationen Themen. Jedes gute Thema sollte mindestens dreimal aufgegriffen werden. Beispielsweise kann je eine ausführliche, eine kurze und eine saloppe formuliert Version geschrieben werden.

  • Themen verdichten:
  • Die Kombination mit Animationen, Bilder, Grafiken, Musik und Videos erhöht die Dichte eines Themas.
  • Thematische Verdichtung
  • Erfolgskontrolle
  • Je eine ausführliche, kurze und salopp Version
  • Kombinieren mit: Animationen, Bilder, Grafiken, Musik und Videos.

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Autor: gedankenblitze  •  21. März 2009  • Rubrik: Medien •  Kommentare (1) • 
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Ein Kommentar zu “Dichter informativer Content”

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